Mehlemer Geschichte:
Hintergrund zum Brünnchenfest in Obermehlem
Das Brünnchenfest erinnert an eine alte Mehlemer Tradition rund um das Börnchen (Brunnen) am Pützrech in Obermehlem (Flur etwa zwischen Kunigundenstraße, Kapelle und Mehlemer Bach).
Bis zum Bau der ersten Wasserleitung im Jahr 1890 holten viele Mehlemerinnen und Mehlemer ihr Wasser aus den örtlichen Brunnen. Für Obermehelem war der uralte Brunnen, das Börnchen, nahe der Kapelle besonders wertvoll: In seiner Brunnenstube war ein Quelle gefasst, die gutes Wasser aus dem Berg spendete.
Wie vielerorts im Rheinland wurden auch in Mehlem die Brunnen einmal im Jahr gereinigt und festlich geschmückt. Am Pützrech im Oberdorf übernahmen diese Aufgabe traditionell die Obermehlemerinnen am Samstag vor dem Sonntag nach Kreuzerhöhung / Mater Dolorosa am 14. September. Am Abend holten die Männer sie mit Musik und einem festlichen Zug am Brunnen ab (Männer-Reih) – anschließend begann die Kirmes im Oberdorf.
1929 griffen die 1928 gegründeten Vereine „Oberdorfer Männer-Reih“ und „Brunnenfrauen“ diesen Brauch wieder auf.
Bei der Sanierung der Kapelle zu ihrer 300-Jahrfeier wurde 1981 in ihrer Nähe ein 16 Meter tiefer Brunnenschacht entdeckt. Im Juni desselben Jahres wurde auf der heutigen Brünnchenwiese an der Bachemer Straße, dem früheren Schützenplatz, ein neuer Springbrunnen eingeweiht.
Seitdem richten die Brunnenfrauen und die Oberdorfer Männer-Reih im Sommer das Brünnchenfest aus – als lebendige Erinnerung an die Brunnenkultur im Oberdorf und als jährlicher Treffpunkt für Mehlem.
